Diversity im Testing – von Chamäleons, Taxis und Historikern

Freitag, 12. April 2019, 15:27 Uhr

Beim vierten Testing Day NRW stand das Thema Diversität im Mittelpunkt. Dabei ging es sowohl um die Diversität im Team als auch um die Diversität der Testmethoden. Bereits in den Speakerslots zeigte sich eine positive Besetzung des Themas: zwei von vier Slots waren mit Prof. Dr. Karin Vosseberg (HS Bremerhaven) und Alex Schladebeck (BREDEX GmbH) weiblich besetzt.

So machte Prof. Dr. Vosseberg den Auftakt mit Ihrem Vortrag über „Software Entwicklung in Cross-funktionalen Teams erleichtern“. Dabei ging es um die Kommunikation im Team bei der Entwicklung von Software und die Diversität, die in den verschiedenen Funktionen der Team-Mitglieder widergespiegelt wird. Karin Vosseberg stellte dabei unterschiedliche Methoden vor, die neben dem täglichen Austausch die fachliche Kommunikation unterstützen.

Im anschließenden World Café tauschten sich die Teilnehmer*innen über folgende Fragen aus: Was verstehst du unter Diversität im Testen? Welche Aspekte bzgl Diversität sind verbesserungswürdig? Was willst Du zum Thema Diversity umsetzen? In sieben wechselnden Gruppen wurden diese Fragen unter verschiedenen Aspekten fleißig diskutiert.







Im zweiten Vortrag erläuterte David Lukéle (Testbirds GmbH) anschließend eine Testmethode, die dafür sorgen kann, dass eine möglichst hohe Testabdeckung gewährleistet wird: Crowd-Testing. Diese Methode hat sich in den letzten Jahren besonders bei der dynamischen Überprüfung von Usability und Funktionalität bewährt: Denn die Software wird dabei mithilfe der weltweiten Internetgemeinde unter realen Bedingungen getestet. Mithilfe von zwei Case Studies zeigte David Lukéle wie das Testen mithilfe von Crowd und Cloud-Technologien in der Praxis funktioniert.

Alex Schladebeck (BREDEX GmbH) blickte nach der Mittagspause in die Glaskugel und überlegte, wie wohl die Tester*innen der Zukunft aussehen, wenn doch die Welt und Software-Projekte einerseits viel technischer aber auch viel menschlicher werden. Denn Software ist überall in unserem Leben integriert und dabei sind auch menschliche Faktoren umso wichtiger geworden. Dies zieht z.B. bei der Entwicklung von Software nach, dass Diversität bei den Anwender*innen berücksichtigt wird und bestenfalls in der Entwicklung vorherrscht. Was die aktuellen Entwicklungen für Tester*innen bedeutet, wurde anhand von vielen anschaulichen Beispielen erörtert, u.a. mit Kängurus und Pelikanen. Ihren Vortrag beendete Alex Schladebeck mit einem Plädoyer für Exploratives Testing.

Diversität in cross-functional Teams erreicht man laut Kristofer Mohr und Sven Schirmer (MaibornWolff) auch durch verschiedene Perspektiven, die sich aus unterschiedlichen Werdegängen ergeben. Die beiden betonten in ihrem Vortrag, dass das Team als Ganzes für Qualität verantwortlich ist und dass dabei Quereinsteiger*innen helfen können. So erzählte Kristofer Mohr als studierter Magister der Mittelalterlichen Geschichte, wie er im IT-Bereich gelandet ist. Auch Mineralogen und Pädagogen finden sich z.B. in Software-Teams wieder.

Die ca. 70 Teilnehmer*innen zeigten sich sehr zufrieden mit dem Testing Day NRW. Besonders wurden die Themenauswahl, die Diskussionen und die Mischung aus Praxis und Theorie gelobt. Auch das Graphic Recording von Rainer Deußen, stv. Fachgruppenleiter Software Test NRW, wurde positiv hervorgehoben.




Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle nochmals an die Sponsoren: imbus AG, infoteam Software AG, inflectra tech, ista International, Sogeti, Spirit Testing und den d.Punkt-Verlag.

Und wer sich näher für den Prozess des Graphic Recordings interessiert, dem empfehlen wir die Mitschnitte vom Testing Day:

 

 


Arbeitskreis Software-Qualität und -Fortbildung e.V.

Der Arbeitskreis Software-Qualität und -Fortbildung e.V. (ASQF) ist das Kompetenznetzwerk für Software-Qualität im deutschsprachigen Raum. Die über 1.200 im ASQF engagierten Global Player Unternehmen, leistungsstarken Mittelständler, Fachleute, Hochschulen und Forschungseinrichtungen vereint der gemeinsame Einsatz für hohe Standards in der Informations- und Kommunikationstechnologie. Know-how, Produkte und Dienstleistungen auf höchstem Niveau zu schaffen ist besonders in der Software-Branche mit ihrem starken internationalen Wettbewerb entscheidend. Die ausgezeichnete Qualität der Software-Produkte ist der strategische Wettbewerbsvorteil und damit Standortfaktor Nummer 1. Diesen Qualitätsvorsprung zu sichern und nachhaltig auszubauen ist daher oberstes Anliegen der ASQF-Mitglieder in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dieses Anliegen wird im ASQF gebündelt und verstärkt.